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Stuttgart Lift
Regine Gerst
Die Natur im Blick
Dramatisch Lichteffekte und blühende Landschaften, wohin das Auge schuat. Pinien und Birken, die sich in malerischen Gewässern spieglen. Farbenfrohe Geländeformationen aus der Volgelperspektive. ein Blick aus dem Fenster auf die sommerliche Umgebung von Barcelona. Sinnliche Momentaufnehmen, eingefangen in der flirrenden Hitze des Südens oder traumgesponnen bei schaurig-gruseligem Mondlicht: Acht Künster und Künstlerinnen aus St. Helens, England, zeigen in der Galerie Unterm Turm ihre Leibe zur Natur. Zur Frier der 50jährigen Städtepartnerschaft zwischen Stuttgart und St. Helens sind dei Werke von Harold Critchley, seinen Sohn Paul Critchley, Michael Downs, Steven Easby, Nalini Shanthi Cook, Wayne Robinson, David Stanley und Anne Sudworth erstmals in Stuttgart zu sehen.
Den Besucher der Ausstellung erwarten Holzschnitte in traditionell expressionistischer Manier, Diptychone und Triptychone, Gemälde in Öl oder Acrl - mysthischphantastisch, detailbesessen und fotorealistisch, meisterhaft romantisch, abstrakt oder lyrisch-poetisch.
St.Helens leigt im Nordweststen England und is bekannt durch seine glasindustrie, die stillgelegten Kohlebergwerk und gilt als Zentrum hervorragenden Rugbyspiels. Das künstlerische Potential, das die Stadt zu beiten hat, wurde lange Zeit weder beachtet noch finanziell unterstütz. Junge, talentierte Künstler waren auf die Grosszügigkeit ihre Mäzene angewiesen und weitgehend auf sich selbst gestellt. Deshalb gründeten vor vier Jahren Künstler zusammern mit einer Wohltätigkeitsorganisation, dem Rainford Trust, die St. Helens Open Art Ausstellung. Für diejenigen, die gerne virtuelle Räume spazieren, sei daher die Homepage der St. Helens Open Art ans Herz gelegt.
pp 84 - 85
1.10.1998
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Stuttgarter Nachrichten
Tim Schweiker
Acht Künstler aus St. Helens
Seit 50 Jahren stehen Stuttgart und seine Partnerstadt St. Helens nun schon in freundschaftlicher Verbindung. Anlass genug, einmal einen Blick auf die dortge Kunstszene zu werfen.
Da ist zum Beispiel Paul Critchley, der eine etwas andere Art von Landschaftsmalerei betrebt. Sein Tryptichon "Early Summer" zeigt in geöffnetem Zustand den Blick von einem Balkon auf eine helle, sommerliche Landschaft. Schliesst man die Seitenflügel bezeihungsweise Balkonentüren, erscheint die Landschaft in mildes Abendlicht getaucht. Taditionelle Form und klassisches Sujet werden bei Critchley zu einem intelligent-ironischen Kommentar über das Kunstmachen.
Wayne Robinson leugnet in seinem kraftvollen Holzschnitten Vorläufer wie Heckel oder Kirschner erst gar nichts. Seine Arbeiten zeigen intime, persönliche Themen, vermeiden aber in ihrer Reduziertheit jede Sentimentalitat.
In den Blider der in Sri Lanka geboren Nalini Shanti Cook verbinden sich exotisch wirkende Farbkombinationen und rätselhafte Symbolik mit abendländischer, uberwiegend christlicher Ikonografie zu originellen Neuschöpfungen.
David Stanley ist zwar der einzig ungegenstandliche Maler unter den ausstellenden Künstlern, doch bleiben seine Farbstudien seltsam unentschlossen und konservativ. Derartiges sieht man leider auch heirzulande zu häufig. um es noch originell finden zu können.
Auf anderer Ebene trifft das auch auf Steve Easby zu. Seine minutiös gemalten sudlichen Landschaften, beeindrucken zwar in ihrer Detailgenauigkeit, sind aber im Grunde genommen Kunsthanhwerk.
Ähnlich gilt auch für die Fantasy-Kunst von Anne Sudworth. Ihre perfekt gemalten Märchenwälder sind - mit Verlaub - nur etwas für Leibhaber des Genres.
Fazit: Gemessen an dem, was anderswo derzeit an junger britischer Kunst Furore macht, wirkt der Beitrag aus St. Helens doch reichlich brav.
14.9.1998
Stuttgarter Nachrichten
Tim Schweiker
Eight Artists from St. Helens
It is now 50 years since Stuttgart and its partner town St. Helens established friendly links. Reason enough to cast an eye over the art scene from there.
There is, for example 'Early Summer' shows in open state a view from a balcony of a bright, summer landscape . On closing the wings which relate to the balcony doors, the landscape appears bathed in a soft evening light. Traditional form and classical subject become, through Critchley, an intelligent, ironic commentary on the making of art...
14.9.1998

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